Mittwoch, 15. Juni 2011

Zurück am Strand die II.

La Manga del Mar Menor

Von Granada aus sind wir weiter nordöstlich nach La Manga in die Nähe von Cartagena gefahren. Diese riesige Campingmeile hatte uns ein Camping-Profi empfohlen. Mit ca. einem Kilometer Länge und einem halben Kilometer Breite gab es hier Platz für fast 2000 Stellplätze. Auch hier gab es viele Dauercamper mit krassen Wohnungen. Vom ausklappbaren Haus auf Rädern bis zum gemauerten Häuschen war hier alles vertreten.
Da es an der Stelle wirklich recht schön war und auch das Wetter ganz gut mitspielte, verbrachten wir hier eine ganze Woche.
Der Ort La Manga liegt auf einer schmalen Landzunge, die das Mar Menor fast vollständig vom Mittelmeer abtrennt. Das Wasser ist hier fast wellenlos, immer 5-6 Grad wärmer als das offene Meer und nur 50 cm tief.
Luca hatte hier ein nettes Erlebnis mit einem recht großen Tintenfisch, der ans Ufer kam und Luca beim Muschelsuchen am Fuß berührte. Als Luca mich darauf aufmerksam machte, dachte ich erst es sei ein Stein. Unser Großer betrachtete den Tintenfisch, dessen Körper ohne Arme ungefähr so groß war wie eine handelsübliche Wassermelone ganz entspannt, während ich schon aufgesprungen war und Luca am Arm aus dem Meer zerrte.

Mitten in diese Zeit fiel auch das entscheidende Aufstiegsspiel von Dynamo, welches wir am Live-Radio via Internet verfolgten. Die umliegenden Camper haben zwangsweise mitbekommen, dass es recht erfolgreich gewesen sein muss :) Auch beim Mittag des folgenden Tages versuchte ich, das Geschehene zu realisieren – wir sind in der 2. Liga, immer noch unglaublich:


Hier trafen wir auch auf Diana und Markus, die ihre Elternzeit zum Kiten nutzen wollten und auf dem Weg zum Atlantik waren. Ihre Kinder Leni und Anna waren etwas jünger als Luca und Nico. Wir waren so glücklich endlich wieder Camper mit kleinen Kindern kennenzulernen! Als Diana und Markus hörten, dass wir unseren Urlaub schon seit einiger Zeit ohne Kühlbox bestreiten und uns deswegen das Butteressen abgewöhnt haben, luden sie uns spontan zum Frühstück ein, was wir sehr gern annahmen. Die Kinder spielten und wir konnten mal wieder ausgiebig quatschen. Diana erzählte uns, dass sie früher im deutschen A-Nationalkader Ski gefahren ist, wir waren begeistert und sehen uns schon im Profi-Fortgeschrittenen-Ski-Kurs bei ihr.Während es (mal wieder) regnete starteten die vier mit ihrem Wohnmobil nach Granada und wir fuhren weiter nach Sagunto.

Sagunto
Zum ersten Mal auf unserer Reise ist Una eine Etappe gefahren, was ich auch mal ganz nett fand :)

Der Campingplatz lag direkt am Meer in der Nähe von Valencia und sollte eine Stelle für Pferdefreunde sein. Besser gepaßt hätte allerdings „Katzenparadies“. Diese einzeln gesehen liebenswerten Wesen waren einfach überall. In allen Farben und Größen strichen sie über das Gelände, bettelten, sonnten sich und markierten Zelte. In der letzten, regenreichsten Nacht gelang es mindestens 3 Katzen in unserem Zelt zu schlafen. Ein übernachtete sogar im Bus unterm Bett. Der Geruch begleitet uns wahrscheinlich noch eine Weile. Unas ungebrochene Zuneigung zu Katzen hat hier schweren Schaden genommen und ich denke bei Katzen jetzt öfters an einen Freistoß, bei dem ich den“Ball“ butterweich in den Strafraum bringe. 

Auf dem Stellplatz neben uns wohnte das A-Team. Anne und Andrea hatten ihre Jobs als Krankenschwestern in einer Hautklinik gekündigt, um Spanien und Frankreich zu erkunden. Mit einem von außen schrottreifen Bus hatten sie sich auf den Weg gemacht. Wir lernten sie kennen, da sie einen platten Reifen hatten und mit ihrem spanisch nicht weiterkamen. Hochmotiviert versuchten wir auf spanisch zu helfen, was zumindest dazu beitrug, dass der Reifen gewechselt wurde und wir abends einen Sekt mit dem A-Team tranken. In der Nacht erlebten wir ein kleineres ca. 30 Sekunden andauerndes Erdbeben. Es fühlte sich an, als würde ein Sturm den Bus schütteln, ohne dass ein Lüftchen weht.
In Sagunto legten wir ohne irgendwas anzugucken zwei Haushaltstage ein, wuschen unsere Wäsche, putzten unser Zelt, bevor wir in die Pyrenäen nach Andorra fuhren. 




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