Donnerstag, 26. Mai 2011

Costa del Lluvia ähh Sol

Auf dem Weg zur nächsten Station, der Costa del Sol, passierten wir den südlichsten Punkt unserer Reise - Tarifa. Dieser Ort bildet die Grenze zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik.
Es war wahnsinnig stürmisch, aber wir kämpften uns trotz Sand, der auf der Haut schmerzte, bis an die südlichste Spitze vor. Denn dort galt es den südlichsten Cache von Europa zu finden.
Gleichzeitig sind wir an diesem Punkt mit 2275 km Luftlinie am weitestens entfernt von der gelben Wohnung - wie Luca unser zu Hause in DD nennt.
Die Windigkeit dieser Gegend macht Tarifa zu einem Mekka für Kite-Surfer. Viele Grüße an Marc, Ralph und Christin an dieser Stelle, wir haben bei dem Anblick an euch gedacht.
Unheimlich beeindruckend ist die Küste von Marokko, die an dieser Stelle nur wenige Kilometer entfernt zum Greifen nahe scheint.
Wir hatten auch überlegt mit der Fähre, in nur 35 min., überzusetzen. Davon sind wir dann abgekommen, da uns jeder, den wir getroffen haben, einschließlich Einheimischer und Marokkaner, aufgrund der aktuellen Lage abgeraten hat.

Unser nächster Zeltplatz war eine relativ große Anlage mit über 500 Stellplätzen in der Nähe von Marbella an der Costa del Sol. Und da wir auf Baden aus waren, natürlich fast direkt am Meer. Am Tag unserer Ankunft schien die Sonne und wir suchten uns ein schattiges Plätzchen. Zu der großen Anlage gehörte auch ein 5 Sterne-Hotel-reifer Pool den Luca ausgiebig nutzte. 

Allerdings währte unsere Freude über das schöne Wetter nur diesen einen Tag, da es die kommenden Tage kälter wurde, der Himmel meistens bedeckt war und uns in der letzten Nacht sogar ein hier seltenes Naturereignis überraschte - Regen (Lluvia) im Mai. Normalerweise regnet es hier das letzte Mal im März und dann erst wieder im Herbst.
Da wir für den Abreisetag Tickets für die Alhambra gebucht hatten, mußten wir spätestens gegen Mittag nach Granada aufbrechen. Als wir morgens aufwachten, machten wir uns erstmal Gedanken, wie wir unser Zelt schnell und gut trocknen können.
Für Granada hatten wir ein Komplettpaket mit Hotelübernachtungen gebucht, das hieß unser Zelt würde jetzt ein paar Tage im Bus liegen. Da der Morgen noch Sonne versprach, waren wir recht entspannt bis ich Nico einen frischen Body anziehen wollte. Ich mußte in der Kiste nicht tief graben, um festzustellen, dass die meisten seiner Sachen naß waren. Erklärt habe ich mir das damit, dass Nicos Kiste einen Riss am Boden hatte. Es dauerte nicht lange, um festzustellen, dass auch die anderen Stiegen, im ganzen 4, schöne luft- und wasserdurchlässige Böden haben. Über Nacht, bei der sich das Wasser seinen natürlichen Weg als Bach (Rio Tintchen :) durch unser Zelt gesucht hatte, konnte unsere Kleidung das Wasser vom Zeltboden gut aufsaugen.  Nun war es mit unsere Ruhe vorbei. Draussen zogen schon wieder die ersten Wolken auf. Carola (Vorstellung folgt in Bälde) stand vorm Zelt und sagte, "Ich habe es ja gesagt". Ausserdem versuchte sie uns damit zu beruhigen, dass die Sachen, die sie netterweise für uns am Tag zuvor gewaschen hatte, in ihrem Zelt auf dem Sofa lagen. In diesem Moment dachte ich nur daran, dass ich sie bisher noch nie ohne Zigarette gesehen hatte, auch nicht in ihren 4 Wänden.
Für Alhambra- Unerfahrene muß ich dazu sagen, dass es nur möglich ist, diese Festung zu betreten, wenn diese punktgenau zu der gebuchten Uhrzeit ihre Pforten für Besucher öffnet. Kommt man zu spät, verfallen die Tickets, die schon Tage vorher ausverkauft sind. Das ist notwendig um den auf täglich 6600 Menschen beschränkten Besucherstrom einen Blick auf die Architektur und nicht nur auf andere Reisende zu ermöglichen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf trugen wir zwei gehäufte Kisten nasser Sachen in den nahe gelegene Waschsalon und baten dort die Frau unsere Sachen - für stolze 12 Euro - muy rapido zu trocknen. Das klappte auch bis 14.00 Uhr. Unser Zelt versuchten wir durch Aufhängen an diversen Schildern trocken zu bekommen, was allerdings durch häufige Nieselschauer boykottiert wurde.

Gegen 15.00 Uhr hatte wir es dann geschafft und wir starteten mit weitestgehend trockenem Zelt und Klamotten nach Granada.

An den weniger regenreichen Tagen unternahmen wir Ausflüge nach Ronda und Gibraltar.

Ronda war ein Geheimtip von anderen Campern, die den Zeltplatz Marbella Playa fluchtartig verliessen, da sie von den Dauercampern und der mit Hotels zugepflasterten Küste geschockt waren.
Dieser Ausflug hat sich sehr gelohnt. Nach einer 1-stündigen Fahrt durch das Gebirge, schaukelten wir unseren Bus durch enge Gassen, vorbei an kleinen Läden und leider auch vielen leerstehenden Wohnungen.
Das beeindruckendeste Bauwerk ist die spektakuläre Brücke, die eine Schlucht von 200 m Tiefe überspannt und die beiden Stadtteile verbindet.
Es war großartig darüber zulaufen und zu sehen, wie märchenhaft sie sich in diese Landschaft einfügt. So hatte ich mir immer die Brücke zwischen Mathisburg und Borkafeste aus Ronja- Räubertochter vorgestellt.

Der 2. Ausflug von Marbella aus führte uns nach Gibraltar. Obwohl uns viele geraten hatten, das Auto draußen stehen zu lassen und zu Fuß die Grenze zu überqueren, haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, doch mit unserem Bus reinzufahren. Und das war auch ganz gut so. Denn da wir nicht in der Haupt-Touri-Saison da waren, haben wir nur eine halbe Std. an der Grenze zurück nach Spanien gestanden. Nach Gibraltar rein sind wir direkt durchgefahren.
Und wie wir das auch bei anderen Stadtbesichtigungen so handhaben, haben wir während der Parkplatzsuche gleich eine schöne Stadtbesichtigung gemacht. Als erstes sind wir dabei zur Südspitze zum Europe Point gefahren. Danach sind wir dann zu der eigentlichen Sehenswürdigkeit, dem 'Upper Rock' bzw. dem oberen Teil des Gibraltar-Felsens gefahren. Hier mussten wir 26€ Eintritt berappen, bevor wir uns eine Höhle, die einzigen freilebenden Affen in Europa und militärischen Anlagen anschauen konnten. Die Affen
waren natürlich der Hit. Spätestens als sie auf unserem Bus rumgeturnt sind, waren wir restlos begeistert:





Nachdem ganzen Spaß mit den Affen, wurde ich dann langsam unruhig, denn wir hatten bis dahin noch keinen Cache gesucht und ich wollte unbedingt einen finden in Gibraltar. Umso härter traf mich dann die Erkenntnis, dass zwar nahezu alle Caches auf dem Upper Rock liegen, wir aber durch die Einbahnstraßen keinen mehr erreichen. Zum Glück konnte Una dann nach einigem Hin und Her den einzigen Cache außerhalb des Upper Rocks finden. 
Als das geklärt war machten wir uns auf den Heimweg und hatten beim passieren des Stadtkerns promt das 2. Mal Glück. Vor mir tat sich ein Parkplatz für den Bus auf! Den haben wir uns auch direkt geschnappt, so dass wir den Gibraltar-Ausflug mit einem Abendbrot in einem zünftigem englischen Pub ausklingen lassen konnten.

Da Gibraltar auf eine spannende Geschichte zurückblicken kann, will ich hier ein wenig davon wiedergeben:
Ab dem 6. Jh. nach Christus herrschten die Westgoten auf der iberischen Halbinsel. Im Jahre 710 ereignete sich dann folgende Geschichte. Florina, die Tochter des damaligen gotischen Statthalters in Nordafrika, Graf Julian, wurde als Ehrendame am Hof von König Roderic durch ebendiesen entehrt. Graf Julian sann sogleich nach Vergeltung. Er konnte Emir Musa ibn Nosseys, dem damaligen Regenten der Mauren und Gesandten des mächtigen Kalifen von Damaskus davon überzeugen, in Europa einzufallen. Im April 711 landete dann ein 10.000 Mann starkes Invasionsheer unter der Führung von Tarik ibn Zeyad (der Namensgeber von Gibraltar, abgeleitet von Dschebel Tarik „Berg des Tarik) in Gibraltar. Da das gotische Reich zu diesem Zeitpunkt von Hungersnöten und Seuchen geschwächt war, konnten die Mauren bis weit in den Norden vordringen. Erst im fränkischen Reich konnte der Vormarsch gestoppt werden.
Nach einigem Hin und Her gelang es den Spaniern erst im Jahre 1462 die Mauren endgültig aus Gibraltar zu vertreiben.
In den Folgen des spanischen Erbfolgekrieges gelang es einer Englisch-Holländischen Flotte im Jahre 1704 Gibraltar einzunehmen. Trotz heftigen Widerstandes konnten sich die Britten in Gibraltar behaupten und so wurde Gibraltar zu einer brittischen Kronkolonie.   




Statistik:
gefahrene km bis jetzt: 5800
 

Dienstag, 24. Mai 2011

Jawoooooooohl....

Robert Koch macht das 3:1 in diesem Moment. Die SGD ist wieder da! Wahnsinn. Und jetzt...aus, aus das Spiel ist aus! Wir haben die Osnasen-Bots (Wuffel: das musst du wahrscheinlich dem ein oder anderen erklären :) rausgekegelt. Yeeeees!
Mit dynamischen Grüßen,
Una und Robert (die Kidds schlafen schon :)

Sonntag, 22. Mai 2011

Zurück am Strand

Diesmal gab es keinen Zwischenstopp in einem Hotel, sondern es ging direkt weiter auf den nächsten Campingplatz mit eigenem Strand, an dem wir wunderbare Sonnenuntergänge beobachteten und morgens sogar gejoggt sind. 

Von hier aus machten wir einen Tagesausflug nach Sevilla. Unsere inzwischen schon typische Parkplatzsuche führte uns zu einem großen Parkplatz am Bahnhof, neben welchem das fahrende Volk campierte und auf welchem man für 60 Cent den ganzen Tag parken konnte. Hier lernten wir den vor 18 Jahren aus Russland ausgewanderten Parkplatzwächter kennen, der sich lange mit uns auf Russisch unterhielt und uns dann noch bis fast in die Innenstadt begleitete, um uns zu einem russischen Magasin führte. Er war überzeugt davon, dass wir dort unbedingt hinwollten. 
Nebenbei erklärte er uns auch wie man am besten zur Kathedrale und zum dem berühmten Alcazar gelangt. Alcazar ist arabischen Ursprungs und bedeutet Festung oder Burg. Der wohl berühmteste ist die Alhambra in Granada. Sevilla ist eine traumhafte, lebendige Stadt, die wir bei 40°C im Schatten erkundeten. Wir schauten uns die Kathedrale an, Santa María de la Sede, einer der letzten gotischen Kathedralen Spaniens und die größte gotische Kirche der Welt. Es ist schwer die Größe dieser Kirche mit unseren Knipsen festzuhalten, wir haben uns jedenfalls ganz, ganz winzig in der Nähe dieses Bauwerkes gefühlt.

Anschließend gönnten wir uns einen Besuch des Alcazárs de Sevilla, was bei der Hitze unglaublich erfrischend war. Herrliche Gärten mit unzähligen Brunnen funkelten und glitzerten in der Sonne um die Wette. Unsere Jungs waren zufrieden und wir auch.



Am Abend gab es eine Märchenstunde vom netten Zeltnachbarn:










Am nächsten Tag fuhren wir etwa 40 km in die tolle Hafenstadt Cadíz. Mit vielen, großen Schiffen drumherum und pulsierendem Leben in hübschen Gässchen hat uns diese Stadt besonders gut gefallen. Nach einem leckeren Menu del Dia gingen wir auf Erkundungstour. Wir besichtigten auch hier die Kathedrale, bestiegen deren Turm
und wandelten mit unseren Jungs durch die archäologische Ausgrabungsstätte hinter, neben und unter der Kathedrale. Hier hatte man über verglaste Fußböden einen besonderen Einblick in das Leben der alten Römer, von dem auch Nico total angetan war.



Da das Wetter nicht so sehr nach Baden aussah, ging es Tags darauf direkt zum nächsten Stadtbesuch - nach Jeréz de la Frontera. In der Geburtsstadt des berühmten Sherrys und Hochburg des Flamenco - Tanzes,
fand genau in der Zeit die Feria del Caballo statt. Während dieser einwöchigen Pferdeschau geht es darum schöne Menschen und Pferde zu bestaunen. Das haben wir auch getan und sind in brütender Hitze mit Nico in der Manduca und Luca an der Hand über die Festwiese geschlichen. Hier ein paar Impressionen:
 





Etwas schwierig war es Luca an den zahlreichen Ständen mit leuchtendem bunten und fürs Camping völlig untauglichem Plastikspielzeug vorbeizuschleusen.
Seit neuestem haben unsere Jungs nämlich einen neuen Schrei, es ist eher ein hohes, lautes Quietschkreischen, welches von beiden gern genutzt wird, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Eigentlich hat Nico damit angefangen und Luca hat es schnell gelernt. Anfangs dachten wir, dass Nico ganz schlimme Schmerzen irgendwo haben muß, bis wir bemerkten, dass diese immer dann akut auftreten, wenn man ihm das aufgeklappte Taschenmesser, das Handy oder das Portemonaise das er sich geschnappt hat, wegnimmt. Als wir auch das gemeistert hatten, konnten wir - Luca besonders entspannt - am Abend den herrlichen Sonnenuntergang am Strand genießen.